Gaggenau

Sternstunde
für Champagnerfreunde.

Sie haben es gern spritzig, lieben Champagner und sind offen für Neues?
Warum also nicht einen Terroir-Champagner der jungen
Winzergeneration probieren? Sie werden es nicht bereuen.

„Damals konnten die Winzer gute Terroir-Weine nur herstellen, indem sie sich um lebendige Böden und ausgewogene Ernten bemühten und mit Methoden arbeiteten, die das Terroir im Endprodukt bestmöglich zur Geltung brachten.“ Jacques Selosse

Champagner gehört heute mit einem Gesamtumsatz von jährlich mehr als 4,4 Mrd. Euro zu den erfolgreichsten Luxusgetränken der Welt. Ein Erfolg auch und vor allem des Marketings großer Hersteller, die enorme Summen in ihre Markenwerbung investieren.

Doch mittlerweile erlebt die Region Champagne eine Renaissance alter Werte. Tradition und Terroir werden wieder großgeschrieben und man interessiert sich zunehmend für sogenannte Winzerchampagner, die von kleinen Familienbetrieben mit eigenem Weinbau stammen. Als individuelle Erzeuger und Abfüller pflegen sie eine traditionsbewusste Champagnerkultur, die Wert auf den Charakter einzelner Jahrgänge und Parzellen legt – das Qualitätsmerkmal jedes guten Weins.

„Guter Champagner, das ist zuallererst einmal guter Wein“, betont Dominic Allnut, ein kanadischer Champagner-Importeur, der sich mit seinem Unternehmen Vinnovation auf eben solche Winzerprodukte spezialisiert hat. Viele der Kleinbetriebe sind dem Winzerverband Terre et Vins de Champagne angeschlossen, unter dessen Mitgliedern man auch so gefragte Adressen wie Laherte Frères, Cédric Bouchard, Benoît Lahaye, Jérôme Prevost, J-M Seleque und Georges Laval findet.

Die Winzer von Terre et Vins arbeiten nach den Grundsätzen des organischen, nachhaltigen Weinbaus und setzen vorwiegend auf nicht-chemische Hilfsmittel. Sie kommen jedes Frühjahr zu einer großen Verkostung zusammen. Um Qualität statt Quantität zu erreichen, reduzieren sie ihre Erntemengen und lesen nur etwa halb so viele Trauben wie andere Winzer. Außerdem verwenden sie nur ein Minimum an Schwefel und setzen im Herstellungsprozess möglichst wenig, ja teilweise gar keinen Zucker zu. Die größte Besonderheit bei Terre et Vins dürfte jedoch der Fokus auf Lagenchampagner aus illustren Terroirs wie Cumières, Ay und Vertus sein.

Es war Philipponnat, der 1935 als erster Winzerbetrieb einen Champagner aus den Trauben einer Einzellage herstellte – den berühmten Clos des Goisses. Dieser gilt seither als Inbegriff der Terroir-Kultur und belegt, dass die feinsten Champagner diejenigen mit exklusivem Herkunftsprädikat sind. Die für den Erzeuger meist bequemere Herstellung aus Trauben verschiedener Parzellen bedeutet also immer auch den Verzicht auf ein wertvolles Qualitätsmerkmal. Andere namhafte Champagnerhäuser haben dies ebenfalls erkannt und bieten jetzt auch Lagenchampagner an, wie Krug mit seinem Clos de Mesnil und Clos d’Ambonnay.

„Jeder Wein sollte seinen eigenen Charakter und seine eigene Identität haben. Er sollte einzigartig sein. Und einzigartig zu sein bedeutet nun einmal, von der Norm abzuweichen.“ Jacques Selosse

In den letzten zehn Jahren nahm das Interesse an lagenspezifischem Champagner der jungen Erzeugergeneration enorm zu. Diese tut im Grunde nichts anderes als Krug und Philipponnat, liegt jedoch im Preis niedriger.

Winzerchampagner ist also stark im Kommen und erfreut sich seit den 1980er Jahren zunehmender Beliebtheit. Drei Namen werden dabei immer wieder als zentrale Impulsgeber dieser Entwicklung genannt: Larmandier-Bernier, Egly-Ouriet und Jacques Selosse, allesamt Hersteller authentischer Terroir-Weine. Laut Selosse war es ihnen wichtig, Methoden aus früherer Zeit wiederaufleben zu lassen, denn „damals konnten die Winzer gute Terroir-Weine nur herstellen, indem sie sich um lebendige Böden und ausgewogene Ernten bemühten und mit Methoden arbeiteten, die das Terroir im Endprodukt bestmöglich zur Geltung brachten“.

Kritiker bemängeln, dass solche Weine von den Erwartungen der meisten Champagnertrinker abweichen. Doch Selosse bleibt dabei: „Jeder Wein sollte seinen eigenen Charakter und seine eigene Identität haben. Er sollte einzigartig sein. Und einzigartig zu sein bedeutet nun einmal, von der Norm abzuweichen.“

Die Winzer von Terre et Vins arbeiten nach den Grundsätzen des organischen, nachhaltigen Weinbaus und setzen vorwiegend auf nicht-chemische Hilfsmittel.

Neben diesen innovativen, sich abseits der „Norm“ bewegenden Individualisten gibt es auch einige traditionsreiche Champagnerhäuser, die sich wieder verstärkt dem Grundwein zuwenden, bevor sie daraus Champagner herstellen. Hier wären Namen zu nennen wie Jacquesson, Agrapart, Tarlant und Drappier. Andere wiederum gehen sogar so weit, in Anknüpfung an die Weintradition der Champagne wieder Stillweine der Appellation Coteaux Champenois abzufüllen – und kommen damit den Weinen des berühmten Kellermeisters Dom Pérignon vielleicht am nächsten.

Der Benediktinermönch Pérignon gilt zwar als angeblicher Erfinder des perlenden Champagners und soll beim ersten Verkosten die berühmten Worte „Kommt geschwind, ich habe gerade von den Sternen getrunken!“ ausgerufen haben. In Wahrheit jedoch war Champagner weniger eine spektakuläre Erfindung als vielmehr eine langsame Entwicklung. Als Champagner kannte man zu Lebzeiten Dom Pérignons (1638-1715) nur einfachen Rotwein, vergleichbar mit den Weinen aus Burgund, und das mitunter unbeabsichtigt auftretende Moussieren galt damals noch als Makel. Ironischerweise war es ausgerechnet jener Dom Pérignon, der sich unter anderem auch mit Methoden zur Vermeidung des Moussierens beschäftigte. Perlender Champagner erlangte erst ab dem 19. Jahrhundert seine Bedeutung als wichtigstes Produkt und Markenzeichen der Region.

Warum also nicht einen Winzerchampagner probieren? Einen Wein ganz im Sinne Pérignons, der sich zeitlebens für die Verwendung natürlicher Methoden und den Verzicht auf jegliche Zusätze bei der Herstellung einsetzte und überzeugt davon war, dass die Region auf diese Weise ausgezeichnete Weine hervorbringen kann. Er hatte recht – und Champagnerfreunde erleben eine neue Sternstunde.

Text: Adam Gollner

Fotos: Domaine Jacques Selosse, michaelboudot, Champagne Agrapart

www.terresetvinsdechampagne.com


Individuelle Erzeuger und Abfüller wie Jacques Selosse pflegen eine traditionsbewusste Champagnerkultur, die Wert auf den Charakter einzelner Jahrgänge und Parzellen legt.

Mehr Inhalte: Kulinarik und Wein

  • Kaffee ist Kultur

    Mehr
  • Spiel mit dem Feuer.

    Mehr
  • Auf den Geschmack gekommen.

    Mehr
  • Vom Geist
    der Natur.

    Mehr
  • Der Geschmack der Erde.

    Mehr
  • Der Rockstar
    unter den Winzern

    Mehr
  • Sternstunde
    für Champagnerfreunde.

    Mehr
  • Die besten neuen
    Weinbars der Welt.

    Mehr
  • Experimente mit
    Geschmack und Gefühl.

    Mehr
  • Das Salz
    des Lebens.

    Mehr
  • Dämon
    hinterm Herd

    Mehr
  • So schmeckt
    Norwegen.

    Mehr
zurück 1 12 vor