Gaggenau

Weingespräche

Wir sprechen über die Kunst des Weinbaus – mit Menschen, die Wein herstellen, verkaufen und vor allem verstehen. Die Erzeugung eines hervorragendem Weines erfordert enormes Können, Wissen, Ausdauer und Einsatz. Auch wenn unsere Gesprächspartner viel zu bescheiden waren, um das zuzugeben …


Der Geschmack der Erde

Als junge Frau packte Arianna Occhipinti die Sehnsucht nach ihrer Heimat Sizilien, genauer gesagt, nach dem Wein, mit dem sie aufgewachsen war, und dem Boden, dem er sein Aroma verdankt. Dass sie sich auf einer von Männern dominierten Insel, auf der künstliche Bewässerung und chemische Spritzmittel zur gängigen Praxis gehören, erfolgreich als Biowein-Produzentin durchgesetzt hat, zeugt von ihrer Energie und ihrem Durchsetzungsvermögen. Ihre Leidenschaft für den tiefroten Kalksteinboden und die Vögel, Blumen und Kräuter, deren Koexistenz mit den Reben ausdrücklich erwünscht ist, findet ihren Niederschlag in den facettenreichen Noten ihrer Frappato- und Nero d’ Avola-Trauben. Auf dem Weinberg entfaltet sich auch der Geschmack von Occhipintis Weinen – nicht im Keller, sondern in der Hitze des Tages und der Kühle der Nacht.

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„Als ich mit dem Weinanbau begann, hatte ich nichts als einen Hektar Land, einen Plastikeimer und einen gebrauchten Stahlbehälter.“ Arianna Occhipinti

Ernste Einblicke preisgekrönter Sommeliers

Marc Almert

Der Gewinner der Gaggenau Sommelier Awards 2016 verkörpert genau die Passion für Wein, die für die Auswahl der perfekten Weinbegleitung für ein gelungenes Menü erforderlich ist. „Ich wollte lange Zeit Physiker werden. Zahlen machen mir heute noch Spaß, doch meine Leidenschaft gilt den Menschen, der Kochkunst, dem Reisen und der Sprachenvielfalt. Sie haben mich bewogen, eine Laufbahn im Gastgewerbe einzuschlagen.“ Kurz nach Beginn seiner Ausbildung als Hotelfachmann entwickelte Almert, dem alkoholische Getränke immer gleichgültig gewesen waren, ein hohes Interesse an der Vielfalt von Weinsorten, Spirituosen und Cocktails.

Seine Erfolgssträhne begann mit dem Gewinn des Wettbewerbs „Chaîne des Rôtisseurs Concours des Jeunes Sommeliers 2015“ und der Weltmeisterschaft in Adelaide, gefolgt vom zweiten Platz in der Deutschen Meisterschaft sowie dem Sieg beim Wines of South Africa Sommelier Cup in Kapstadt. Was also zeichnet einen preisgekrönten Sommelier aus? „Demut, Neugier und ein gutes Gedächtnis.“

Und was erwarten wir von einem erstklassigen Sommelier? Eine hervorragende Empfehlung für Weine und Geschmackspaarungen natürlich! Und wir werden nicht enttäuscht: „Kaufen Sie einen Pinotage von Sebastian Beaumont, der im kühlem Klima von Walker Bay in Südafrika gedeiht, und lassen Sie ihn einige Jahre ruhen. Genießen Sie ihn dann zu gegrilltem Geflügel und schwelgen Sie in seiner Eleganz.“


Tansy Zhao

„Dass ich im Alter von nur 22 Jahren als Sommelier in dem mit zwei Michelin-Sternen gekürten Restaurant „Haerlin“ wirken darf, ist eine unglaubliche Ehre.“ Marc Almert

Zhao brachte die Silbermedaille nach Schanghai – die Stadt, in der er in einigen der erlesensten Hotels sein Handwerk erlernte. Darüber hinaus wurde er 2010 vom „Wine and Spirits Education Trust“ gekürt und 2013 als „Court of Master Sommelier“ ausgezeichnet. Er sieht die Aufgabe eines guten Sommeliers vor allem darin, „den Gast an die Philosophie des Erzeugers heranzuführen“.

Tansys ultimativer Tipp für die Weinkollektion mit Paarungsempfehlung lautet: „Deutscher Riesling, sowohl trocken als auch lieblich, harmoniert hervorragend mit scharfen chinesischen oder thailändischen Gerichten wie pochierten Meeresfrüchten oder Sashimi.“

Und seine heimliche Leidenschaft? „Sherry Amontillado. Ich genieße ihn aber zum Essen, zum Beispiel zu geschmortem Schweinefleisch nach Shanghai-Art in Sojasauce.“


Norbert Dudzinski

„Ich messe mich nicht mit anderen, sondern mit mir selbst.“ Tansy Zhao

Seine Kindheit verbrachte Dudzinski in einer entlegenen Bergregion Polens, inmitten von Wäldern und Seen und mit regionalen Produkten wie Honig- und Ölsorten, weißem Käse und Wurstspezialitäten – alle organisch und voll natürlicher Aromen. Kein Wunder, dass er heute Sommelier in dem mit drei Michelin-Sternen ausgezeichneten „Geranium Restaurant“ in Kopenhagen ist.

Der Gewinn der Bronzemedaille bei den „Gaggenau Sommelier Awards“ ist eine großartige Leistung, die der ambitionierte Dudzinski vor allem als Ansporn versteht: „Eine Auszeichnung mit Bronze hat zwei Aspekte: Einerseits bin ich bereits unter den Besten, andererseits habe ich die Spitze eben noch nicht erreicht und weiß, dass ich mich etwas mehr anstrengen muss. Jedenfalls habe ich mich riesig gefreut.“

Und wie lauten sein Weintipp und seine empfohlene Paarung? Er antwortet fachmännisch: „Makovicza Szent Tamás aus Budaházy im Weinanbaugebiet Tokaji – eine Furmint-Traube mit Restzucker, hohem Säuregehalt, mit Noten von reifen, gelben Früchten und einem Hauch von Honig. Einige Jahrgänge weisen einen Botrytis-Charakter auf. Kombinieren Sie ihn mit in Petersilie und Chili-Öl marinierter Makrele an frischen Grünen Bohnen und Umami-Gel.“

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„Ein guter Sommelier muss seine Tätigkeit lieben und sie als seine Leidenschaft, seine Mission verstehen.“ Norbert Dudzinski

Die besten Weinbars der Welt

Die Schönheit von Natur- und Terroirweinen versetzt uns immer wieder in Begeisterung – die besten Exemplare ausfindig zu machen ist freilich alles andere als einfach. Um Ihnen bei der Suche behilflich zu sein, haben wir eine Liste erlesener Weinbars zusammengestellt. Sie stellen schwerpunktmäßig Erzeugnisse engagierter Winzer in den Mittelpunkt, die mit traditionellen Rebsorten das Potenzial ihrer Anbaugebiete einfangen.

Neben hervorragenden Speisen erwarten Sie dort außerdem zuvorkommende Sommeliers, die Tipps für perfekte Weinbegleitungen parat haben. Weinbars bringen Sie in den Genuss von Abfüllungen und Kultweinen, so genannten „Unicorn Wines“, Weinen aus ungewöhnlichen Anbaugebieten, Weinen ohne Schwefel oder Zusatzstoffe sowie exotischen Weinsorten in allen Farben, ohne dass Sie dafür die ganze Welt bereisen müssen.

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„Man kommt nicht her, um sich mit ernster Miene durch eine Kollektion schwer aufzutreibender Naturweine von Kultwinzern mit begrenzten Erzeugermengen zu kosten, sondern um sich zu amüsieren.“ New York Times

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